Felix und der Regen

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„Ich will raus“, sagte Felix.

„Es regnet“, sagte Mama.

„Ich weiß dass es regnet.“

„Dann weißt du auch warum du drin bleibst.“

Felix legte sich auf den Boden. Er starrte die Decke an. Die Decke war langweilig. Er drehte sich zum Fenster.

Draußen war alles grau und nass. Der Garten war dunkel, die Schaukel tropfte, der Weg hatte Pfützen.

Felix stand auf und ging zum Fenster.

Dann sah er die Ente.

Sie saß mitten in der Pfütze vor der Einfahrt und machte gar nichts. Der Regen prasselte auf sie ein und sie saß einfach da, als würde es ihr nicht auffallen. Oder als würde es ihr gefallen.

Felix drückte die Nase an die Scheibe.

Die Pfütze war groß genug dass sich der Himmel darin spiegelte. Und die Ente auch – da war also eine Ente oben und eine Ente unten, und die Ente unten war auf dem Kopf.

Felix schaute lange.

Die Ente oben drehte den Kopf. Direkt zu Felix.

Für eine Sekunde schauten sie sich an.

Dann schüttelte die Ente sich – von Schnabel bis Schwanz, dass die Tropfen flogen – und watschelte weiter.

Felix schaute ihr nach bis sie um die Ecke war.

Mama kam mit einer Tasse Kakao. „Was war das?“

„Eine Ente.“

„Wo kommt die her?“

Felix zuckte die Schultern. „Weiß ich nicht. Aber sie mochte den Regen.“

Er setzte sich ans Fenster und trank seinen Kakao. Der Regen prasselte weiter.

Es gab vielleicht noch mehr Enten. Man wusste ja nie.

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Agnes Taron

von Agnes Taron

Mutter von Leonardo & Lynn, Mitgründerin von kinderschatzkiste.de. Nach fünf Jahren Elternzeit mit täglichem Vorlese-Alltag weiß sie, was Kinder abends wirklich brauchen.

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