Der kleine Pirat Wally sucht seine Augenklappe

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„Verdammt, wo ist sie nur? Immer verliere ich das doofe Ding.“ murmelte Wally vor sich hin. Er suchte mal wieder seine Augenklappe. Eigentlich benötigt er keine, denn er hat noch beide Augen und kann gut sehen. Aber ohne ist er nicht fürchterlich genug und die anderen Piraten nehmen den ohnehin schon zu kleinen Piraten Wally nicht ernst. Plötzlich trat Blackbeard auf, ein Crewmitglied von ihm und begann laut zu lachen. „Oh, schaut mal alle her, unser kleiner Pirat Wally hat seine Augenklappe verlegt! Wie kann er jemals ein richtiger Pirat sein, ohne sein Markenzeichen?“ Die anderen Piraten stimmten in das Lachen ein und Wally fühlte sich gedemütigt und beschämt.

Wally suchte unter Deck an jedem Ort, an dem er dachte, die Augenklappe verlegt haben zu können. Er durchsuchte die Kajüten, das Lager und sogar die Vorratsräume.

Er suchte unter den Kojen, in den Ecken und sogar in den engen Gängen. Wally fragte seine Crew-Mitglieder, ob sie die Augenklappe gesehen hatten, aber niemand hatte sie gesehen. Er begann zu verzweifeln und dachte darüber nach, wie er ohne sie aussehen würde, wenn sie angegriffen werden würden.

Wally’s Augenklappe war aus schwarzem Leder gefertigt und hatte eine weiße Stickerei in der Form eines Totenkopfs. Sie hatte eine elastische Schnur, die es ihm ermöglichte sie fest, um den Kopf zu binden. Er hatte sie vor langer Zeit von einem anderen Piraten bekommen und hatte sie von ganzem Herzen geliebt, da er dachte, dass sie ihm dabei helfen würde, ernst genommen zu werden. Er musste das Band der Augenklappe schon zweimal austauschen, da es durch die Feuchtigkeit und das ständige Tragen strapaziert war und gerissen ist.

Wally durchsuchte weiterhin unter Deck jeden Winkel, in der Hoffnung, seine Augenklappe zu finden. Er kletterte auf Regale und öffnete Schubladen, während er sich durch die enge Küche kämpfte. Er sah in Töpfe und Pfannen, in der Hoffnung, seine Augenklappe zu entdecken. Plötzlich hörte er einen lauten Knall und viel Geschrei von oben. Er erkannte sofort, dass das Schiff angegriffen wurde.

Wally rannte so schnell er konnte an Deck, um sich dem Angriff zu stellen. Er sah sich um und sah, wie seine Crewmitglieder gegen die Angreifer kämpfen und das Schiff verteidigen. Er wusste, dass er auch helfen musste und griff sich eine Waffe, obwohl er ohne seine Augenklappe unsicher war.

Wally kämpfte tapfer an der Seite seiner Crew, aber es war ein harter Kampf. Die Angreifer waren erfahrene und gefährliche Piraten. Einer nach dem anderen von Wally’s Crewmitglieder wurde besiegt und in Gefangenschaft genommen. 

Er selbst hatte zwar gekämpft, aber als es aussichtslos schien, beschloss er sich zu verstecken. Er hatte durch seine Suche nach der Augenklappe alle guten Verstecke an Bord des Schiffs kennengelernt. Wally nutzte sein Wissen über das Schiff und versteckte sich in einem engen Gang unter Deck, in der Nähe des Steuerraums. Er hoffte, dass die Angreifer ihn dort nicht suchen würden und dass er in der Lage sein würde, sie zu überraschen, wenn sie das Schiff durchsuchten.

Wally wartete geduldig in seinem Versteck, während die Angreifer das Schiff durchsuchten und seine Crew gefangen nahmen. Er hörte ihre Schritte und Stimmen und wusste, dass er vorsichtig sein musste, um nicht entdeckt zu werden. Nach einiger Zeit wurden die Segel gesetzt und beide Schiffe samt gefangener Crew wurden Richtung Hafen manövriert. Während der Überfahrt kroch Wally vorsichtig durch das Schiff und lauschte an Deck, wo er die Stimmen von zwei Piraten hörte, die über ihre Pläne für den Abend sprachen.

Pirat 1: „Ahoy, Matrose! Heute Abend werden wir den Sieg feiern. Wir haben uns diesen Schatz verdient und ich kann es kaum erwarten, die Beute aufzuteilen.“

Pirat 2: „Aye, das werden wir. Ich habe gehört, dass es an Bord eine Menge Gold und Juwelen gibt. Ich denke, wir werden uns einen richtig guten Abend machen, Käpt’n.“

Pirat 1: „Aber was ist mit den Gefangenen? Was sollen wir mit ihnen machen?“

Pirat 2: „Das überlassen wir unserem Kapitän. Er wird entscheiden, was mit ihnen geschehen soll. Aber ich denke, wir werden Sie als Sklaven verkaufen. Lass uns einfach unseren Sieg genießen und die Beute aufteilen.“

Wally wusste, dass er handeln musste, bevor es zu spät war. Er war die letzte Rettung für seine Crew. Er wartet bis zur Dunkelheit und konnte vom Schiff beobachten, wie die Feierlichkeiten am Strand begannen. Der Rum floss in Strömen und die Piraten feierten lautstark. 

Wally sammelte alles an brennbaren Material, das er finden konnte und entzündete es in einer entlegenen Ecke des feindlichen Schiffs. Das Feuer breitete sich schnell aus und die Flammen loderten hoch. Die Angreifer bemerkten das Feuer und begannen in Panik, es zu löschen. Sie rannten hin und her, schrien durcheinander und versuchten verzweifelt, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Sie waren betrunken und unkoordiniert.

Währenddessen nutzte Wally die Ablenkung des Feuers und die Unachtsamkeit der Angreifer, um seine Crew zu befreien. Wally schlich sich vorsichtig durch das feindliche Schiff, wobei er immer ein Auge auf die Wachen hatte. Er hatte gehört, dass seine Crew in einer Art Gefängnis unter Deck gefangen gehalten wurde. Als Wally das Gefängnis erreichte, sah er, dass es von einer Wache bewacht wurde.

Glücklicherweise war die Wache so betrunken, dass diese seelenruhig schlief. 


Wally schlich sich vorsichtig an die Wache heran, die tief und fest schlief. Er hatte Angst, dass die Wache aufwachen könnte, bevor er die Chance hatte, sie zu fesseln und den Schlüssel zu nehmen. Er näherte sich der Wache langsam und leise und hielt seine Waffe bereit, falls sie aufwachen sollte.

Als er nah genug war, griff er schnell nach dem Schlüssel, der in der Tasche der Wache steckte. Er zog ihn heraus und legte ihn schnell in seine eigene Tasche. Dann drehte er sich um und sah, dass die Wache noch immer tief schlief. Er atmete erleichtert auf und begann, die Wache zu fesseln. Er nahm ein Seil, das er gefunden hatte, und band die Hände und Füße der Wache fest zusammen. 

Als er sicher war, dass die Wache gefesselt war, drehte er sich um und sah seine Crew, die ihn erwartungsvoll ansahen. Wally nickte ihnen zu und gab ihnen den Schlüssel. Sie öffneten die Tür des Gefängnisses und befreiten sich schnell. 

Blackbeard trat vor und sagte erfreut: „Wally, du bist zurück! Wir dachten schon, wir sehen dich nie wieder. Wie hast du uns befreit?“

Wally lächelte Blackbeard an und sagte: „Ich habe für ein wenig Ablenkung gesorgt. Jetzt sollten wir aber schnell verschwinden.”

Die gesamte Crew kletterte im Dunkeln über die Reling an den Strand. In der Hektik des Feuers bemerkten die Angreifer nichts. Wally und seine Crew schnappten sich die Beute am Strand. Sie entkamen erfolgreich und segelten davon in die Freiheit, während das feindliche Schiff in Flammen stand.

Die Crew jubelte und feierte ihre Flucht aus Gefangenschaft und das erfolgreiche Entkommen vor ihren Feinden. Blackbeard trat vor und hob die Hand, um die Aufmerksamkeit der Crew zu erlangen.

„Mannschaft, ich möchte euch allen Wally vorstellen. Er hat uns heute alle gerettet und uns aus den Fängen unserer Feinde befreit. Ohne ihn wären wir jetzt nicht hier und Freiheit.“

Blackbeard zog eine schwarze Augenklappe aus seiner Tasche und hielt sie hoch. „Wally, dies gehört dir. Ich habe sie während des Kampfes gefunden und sicher aufbewahrt. Auch wenn du sie nicht brauchst, denn du bist ein toller Pirat. Egal, ob mit oder ohne Augenklappe. “

Wally nahm die Augenklappe dankbar entgegen und setzte sie auf. „Danke Blackbeard, ich habe sie vermisst. Irgendwie ist es komisch, wenn man Dreidimensional sieht.”

Die Crew jubelte und klatschte, als Wally seine Augenklappe aufsetzte. Er sah nun wie ein richtiger Pirat aus und die Crew akzeptierte ihn als gleichwertigen Piraten.

„Auf unsere Freiheit und unser nächstes Abenteuer“, rief Wally und die Crew stimmte in den Ruf ein. Sie segelten davon in die unendlichen Weiten des Meeres, bereit für ihr nächstes Abenteuer.

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