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Zwei Jungen spielen auf riesigen Strohballen im goldenen Erntefeld, einer springt in einen weichen Strohhaufen

GESCHICHTE

Mattis und die Strohballen

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Die Strohballen waren riesig. So groß wie kleine Autos, rund und golden, und sie lagen über das ganze abgeerntete Feld verstreut.

„Komm rauf!“, rief Karlo von oben. Er hatte es schon auf einen der großen Ballen geschafft und stand jetzt da oben wie ein König. „Hier sieht man alles!“

Mattis kletterte hinterher. Das Stroh kratzte ein bisschen an den Beinen und roch warm und staubig und süß. Er zog sich hoch, immer höher, bis er endlich oben neben Karlo stand.

„Boah“, sagte Mattis.

Von hier oben sah man wirklich alles. Das ganze goldene Feld. Den Wald am Rand. Die roten Dächer vom Dorf. Und ganz hinten, klein wie Spielzeug, einen Traktor, der über einen Acker tuckerte.

„Und jetzt“, sagte Karlo, „springen wir runter. Da, in den Strohhaufen.“ Er zeigte auf einen großen, lockeren Haufen Stroh neben dem Ballen. „Das ist superweich. Pass auf!“

Und schwupp – Karlo sprang. Er landete mitten im Stroh, lachte und warf eine Handvoll Halme in die Luft. „Komm, Mattis! Trau dich!“

Mattis schaute nach unten. Auf einmal kam ihm der Ballen viel höher vor als vorhin. Sein Bauch kribbelte. „Das ist zu hoch“, sagte er leise.

„Ist es gar nicht“, rief Karlo. „Es ist superweich, versprochen!“

Mattis stand ganz still. Er wollte so gern springen wie Karlo. Aber seine Beine wollten einfach nicht.

Da schaute er noch einmal über das goldene Feld, in dem die Sonne alles warm leuchten ließ. Es war so schön hier oben. Und der Strohhaufen unten sah eigentlich wirklich weich aus. Ganz weich und kuschelig.

Mattis holte ganz tief Luft. Eins, dachte er. Zwei. Und bei Drei –

Er sprang.

Für einen winzigen Moment flog er durch die Luft. Sein Bauch machte einen Hüpfer. Und dann landete er – plumps – mitten im weichen Stroh.

Es war herrlich! Weich wie ein riesiges Kissen. Das Stroh raschelte und kitzelte, und Halme flogen überall herum. „Ich hab’s geschafft!“, jubelte Mattis. „Nochmal!“

Wieder und wieder kletterten sie hinauf und sprangen herunter. Plumps! Plumps! Bis sie ganz außer Atem waren und das Stroh in ihren Haaren steckte.

Als die Sonne tief und rot über dem Feld stand, rief Mama: „Es wird Zeit, ihr Springfrösche!“

Auf dem Heimweg trug Mattis noch einen Strohhalm hinterm Ohr. Er war müde und stolz und roch von oben bis unten nach Sommer.

Im Bett fand Mama noch zwei Strohhalme in seinen Haaren und kicherte.

Mattis lag schon halb im Traum. In seinem Kopf stand er noch einmal hoch oben auf dem Ballen, über dem ganzen goldenen Feld – und dann sprang er, mutig und leicht, mitten hinein in den Schlaf.

Zum Weitererzählen

Nach dem Vorlesen ein bisschen über die Geschichte sprechen — das vertieft die Erfahrung und macht Spaß.

Hast du verstanden, was passiert ist?
  • Was haben Mattis und Karlo auf dem Feld gemacht?
  • Warum wollte Mattis erst nicht von dem Strohballen springen?
  • Was hat Mattis geholfen, dass er sich doch getraut hat?
Kennst du das aus deinem Leben?
  • Wann hattest du schon mal ein bisschen Angst vor etwas Neuem?
  • Was riechst du am liebsten, wenn du draußen bist?
  • Warst du auch schon mal richtig stolz auf dich? Erzähl mal.
Was wäre, wenn …?
  • Was würdest du mit den Strohballen noch alles spielen?
  • Stell dir vor, ihr dürft auf dem Feld übernachten. Was erlebt ihr?

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Agnes Taron

von Agnes Taron

Mutter von Leonardo & Lynn, Mitgründerin von kinderschatzkiste.de. Nach fünf Jahren Elternzeit mit täglichem Vorlese-Alltag weiß sie, was Kinder abends wirklich brauchen.