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Mädchen läuft barfuß über einen Barfußpfad im Sommerpark und steigt in weichen Schlamm

GESCHICHTE

Mette und der Barfußpfad

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„Ich will da nicht drauf“, sagte Mette und blieb am Anfang des Pfades stehen.

Vor ihr lag der Barfußpfad. Ein langer Weg aus lauter kleinen Feldern. Im ersten lagen runde Kieselsteine. Dann kam grober Sand. Dann etwas Dunkles, Matschiges, das komisch glänzte.

Mette hielt ihre Sandalen ganz fest. „Was ist das braune Zeug?“

„Das ist Schlamm“, sagte Papa und zog seine Schuhe aus. „Komm, wir gehen zusammen. Barfuß.“

Die anderen Kinder lachten schon weiter vorne. Mettes Freundin Romy hüpfte von Feld zu Feld und quietschte. Ganz am Ende glitzerte ein flacher Bach in der Sonne. Da wollte Mette hin. Aber dafür musste sie über den ganzen Pfad.

Mette zog langsam ihre Sandalen aus. Das Gras kitzelte zwischen ihren Zehen. Das war schön.

Sie trat auf die Kieselsteine. Hart und rund und warm von der Sonne. „Oh, das ist wie eine Fußmassage“, kicherte sie.

Dann der Sand. Er rieselte zwischen ihren Zehen hindurch. Auch schön.

Aber dann kam der Schlamm. Mette blieb stehen. Das braune Zeug sah kalt aus. Und glibberig. Bestimmt fühlte es sich eklig an.

„Ich geh lieber außen rum“, sagte sie und schaute zum Grasstreifen neben dem Pfad.

Papa stieg vor ihr mitten in den Schlamm. „Mmmh“, machte er und wackelte mit den Zehen. „Weißt du, woran mich das erinnert? An kühlen Pudding.“

Mette runzelte die Stirn. Pudding? Sie schaute auf den Grasstreifen. Dann auf den Schlamm. Dann auf Romy, die schon fast am Bach war.

Mette holte tief Luft. Sie machte die Augen ganz fest zu. Und dann setzte sie einen Fuß mitten hinein. Quatsch.

Der Schlamm quoll zwischen ihren Zehen hervor. Kühl. Weich. Ganz, ganz weich.

Mette öffnete ein Auge. Dann das andere. Und dann lachte sie laut los. „Das ist ja wie Matsch-Pudding! Papa, fühl mal!“

Sie stapfte durch den Schlamm, einmal hin und einmal zurück, nur weil es so schön quatschte. Der kühle Matsch kitzelte ihre Fußsohlen.

„Mette, komm, der Bach!“, rief Romy.

Mette rannte das letzte Stück. Über glatte Rindenstücke, über weiches Moos. Und dann – platsch – sprang sie mit beiden Füßen in den kühlen Bach. Der Schlamm spülte sich von ihren Zehen, und das Wasser war herrlich frisch.

Mette und Romy planschten, bis die Sonne tief stand und ihre Lippen ein bisschen blau waren.

Auf dem Heimweg trug Papa Mette huckepack. Ihre Füße baumelten müde und sauber in der warmen Abendluft.

„Welches Feld war das schönste?“, fragte Papa.

„Der Matsch-Pudding“, murmelte Mette schläfrig an seinem Rücken. Und dann gähnte sie so groß, dass sie fast vergaß, den Mund wieder zuzumachen.

Zum Weitererzählen

Nach dem Vorlesen ein bisschen über die Geschichte sprechen — das vertieft die Erfahrung und macht Spaß.

Hast du verstanden, was passiert ist?
  • Was hat Mette am Anfang des Barfußpfads gefühlt?
  • Welche verschiedenen Sachen lagen auf dem Barfußpfad?
  • Was hat Papa gemacht, damit Mette sich traut, über den Schlamm zu gehen?
Kennst du das aus deinem Leben?
  • Bist du schon mal barfuß über etwas gelaufen, das sich komisch angefühlt hat?
  • Hattest du auch schon mal Angst vor etwas, das dann doch schön war?
  • Was fühlt sich an deinen Füßen am besten an?
Was wäre, wenn …?
  • Was könnte noch alles auf einem Barfußpfad liegen?
  • Was hätte Mette wohl gemacht, wenn Papa nicht mitgegangen wäre?

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Agnes Taron

von Agnes Taron

Mutter von Leonardo & Lynn, Mitgründerin von kinderschatzkiste.de. Nach fünf Jahren Elternzeit mit täglichem Vorlese-Alltag weiß sie, was Kinder abends wirklich brauchen.